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Andy Warhol, der Superstar der Pop Art, war fasziniert vom Klatsch der Boulevardmedien und Nachrichten über Katastrophen. "Warhol: Headlines" zeigt nun seine künstlerischen Arbeiten über die Massenmedien
Andy Warhol würde das iPad lieben - es ist schnell, es versorgt uns im Sekundentakt mit Klatsch und Nachrichten aus aller Welt, und es ist pure, schimmernde Oberfläche. Als Warhol lebte (1928-1987), gab es das iPad bekanntlich noch nicht - also stürzte sich der Künstler auf die Erzeugnisse der Yellow Press. Glamour, Katastrophen und Gossip faszinierten den Superstar der Pop Art. Warhol gründete 1969 mit "Interview" sogar ein eigenes Magazin, das über Eskapaden von Stars, Musikern und Künstlern schonungslos berichtete. "In Zukunft wird jeder 15 Minuten berühmt sein", lautet der wohl bekannteste Satz, den Andy Warhol gesprochen hat. Was uns heute wie eine Warnung vor dem Casting-Wahn erscheint, war für den Künstler reines Glücksversprechen.
Die Ausstellung "Warhol: Headlines" widmet sich nun ganz intensiv dem Verhältnis des Künstlers zu Massenmedien wie Boulevardzeitungen oder Fernsehen. Organisiert wurde sie von gleich vier Museen gemeinsam: dem Andy Warhol Museum in Pittsburgh, der National Gallery of Art in Washington, der Galleria Nazionale d'Arte in Rom - und dem Frankfurter MMK. Gezeigt werden Malereien, Siebdrucke, Fotografien, aber auch Filme, in denen Warhol Schlag zeilen aus der Presse direkt verarbeitete. Das kann eine besonders dramatische Meldung ("129 Die in Jet") sein, die der Künstler eins zu eins in eine Malerei übertrug, die Abbildung einer Titelseite, die er mit bunten Blumen überdeckte, oder eine Skulptur, die er aus einem Zeitungsblatt formte. Warhol wollte die Massenmedien nie kritisieren, seine Bilder drücken nicht als Faszination aus - das macht sie so ausdrucksstark, aber auch unheimlich.
mmk-frankfurt.de
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