Frankfurt-Check Höchst
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Höchst

HÖCHST SPANNEND


Mit Höchst assoziieren die meisten Frankfurter Chemie-Unfälle, Dönerbuden und tote Hose. Dabei hat der Stadtteil einiges zu bieten: historisches Flair, ein großes Kulturangebot, moderne Gastronomie und eine idyllische Lage

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ZUM BÄREN Evangelia Wellert und Andreas Lewald, der mit den Wellerts die Schiffsmeldestelle betreibt


NOSTALGIE UND NEUES IM FRANKFURTER WESTEN

Man kann es nicht beschönigen. Höchst hat einen schlechten Ruf. Aber das wird sich ändern. Höchst wahrscheinlich. Anzeichen dafür gibt es genug. Das Mainufer wurde saniert, die Infrastruktur verbessert und am Höchster Stadtrand entstehen neue Wohnviertel. Und zum Glück gibt es eine Reihe von Menschen, denen der Stadtteil am Herzen liegt, die hier etwas bewegen wollen. So wie das Ehepaar Wellert. Seit 1994 betreiben die beiden mit großem Engagement das Gasthaus Zum Bären am idyllischen Höchster Schlossplatz. Spricht man Evangelia Wellert auf den Stadtteil an, fallen ihr durchaus Gründe ein, hier zu leben. "Es gibt viel Kultur, eine nostalgische Altstadt und ein internationales Publikum", sagt sie. Und nicht zu vergessen das Mainufer. Dessen Potential hat das ambitionierte Gastronomenpaar erkannt. Seit 2006 haben auch die Höchster mit der Schiffsmeldestelle einen lauschigen Platz am Wasser. Seitdem kommen Kind und Kegel, viele sogar aus der City und dem Taunuskreis, um dort im Liegestuhl zu entspannen. "Wir wollten etwas machen, was die breite Masse anspricht", so Wellert. Gerade die Mischung aus Familien, Senioren, Jugendlichen und Szenegängern ist es, was die Schiffsmeldestelle und den Stadtteil ausmacht. Mit den "Sunset Cruises" haben die Wellerts noch ein weiteres Highlight geschaffen. Mit der Höchster Fähre, der letzten in ganz Frankfurt übrigens, kann man dem Sonnenuntergang auf dem Wasser entgegen schippern. Dass ihre Ideen in Höchst so gut angenommen werden, dafür hat Evangelia Wellert eine Erklärung. "Hier etabliert sich seit einiger Zeit eine neue Generation junger Familien und eine kleine Künstlerszene", sagt sie. Das sehen Steffen Born und Nurcan Sen vom Sushi-Restaurant Mala Min genauso. Etwas erstaunt waren sie schon, dass ihr Konzept im Stadtteil so eingeschlagen hat. Japanische Geschäftsleute, Studenten oder die Oma von nebenan wissen das gute Essen und die stilvoll-schlichte Einrichtung gleichermaßen zu schätzen. "Höchst wird sich in der nächsten Zeit verändern", sagt Nurcan zuversichtlich. Und die Höchster, ob alteingesessen oder neu hinzugezogen, wollen die Veränderung. Und neue Impulse gibt es genug. "Höchst ist ein interessanter Stadtteil", findet Steffen Born.

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