Im Privatjet zur Techno-Party
Ein Gespräch mit ... Sven Väth
Im Club der Eltern startete Sven Väth seine DJ-Karriere. Das war vor ziemlich genau 30 Jahren. Heute ist er längst ein Weltstar des Techno. In diesem Monat wird er 47 - und ist noch immer Hans Dampf auf den Partys des Planeten
In Herr Väth, wann haben Sie sich das letzte Mal im Cocoon Club unters Publikum gemischt?
Das war vor zwei Wochen, bei meinem All-Night-Long-Set. Für den Abend hatte ich den Live-Act Maetrik eingeladen. Während seines einstündigen Live-Sets hatte ich reichlich Gelegenheit, auf dem Dancefloor mit abzufeiern.
Verschmelzen sie in solchen Momenten mit der Masse?
Leider wollen alle zuerst unbedingt ein Foto mit mir machen, anstatt den Moment zu genießen. Mit der Masse verschmelzen kann ich am besten über meine Musik!
Ihre Musik führt sie permanent rund um den Planeten. Sie sind im Grunde ein Teilzeit-Frankfurter ...
Im Januar und Februar mache ich mit meiner Familie immer in Asien Urlaub. Von dort aus starte ich auch meine jährliche Welttournee, die mich schon im ersten Halbjahr auf alle Kontinente führt. Ab Mai wohnen wir in Ibiza. Dort spiele ich von Juni bis Oktober fast jeden Montag auf meiner Veranstaltung "Cocoon @ Amnesia".
Klingt so, als würden Sie viel Zeit an Flughäfen verbringen.
Was für andere der Bahnhof oder die Bushaltestelle auf dem Weg zur Arbeit ist, ist für mich der Flughafen. Ich fliege aus wirtschaftlichen Gründen und wegen der Zeitersparnis ausschließlich per Privatjet die vielen Festivals an, auf denen ich im Sommer gebucht bin. Die sind per Linie oft nur sehr schwer zu erreichen. Die Außenhülle meines Jets hat in diesem Jahr freundlicherweise der Künstler Tobias Rehberger gestaltet.
Treffen Sie auf Ibiza viele Promis?
Bei uns im Amnesia trifft man montags zum Beispiel James Blunt, Kate Moss, Paris Hilton, Puff Daddy, Kevin Spacey oder Campino. Aber auch viele Frankfurter wie den Fotografen Daniel Woeller, den Designer Thommy Tritsch, Ata Macias vom Robert Johnson oder Ardi Goldman.
Wie sieht ein typischer Ibiza-Tag im Leben von Sven Väth aus?
Morgens jogge ich mit meinem Hund. Nach dem Frühstück spiele mit meinem kleinen Sohn Tiga und verbringe Zeit mit der Familie. Tagsüber führe ich Gespräche mit Mitarbeitern und Geschäftspartnern, höre neue Musik und bereite mich auf Auftritte vor. Den Nachmittag verbringe ich gern am Pool oder hüpfe ins Meer. Einmal in der Woche fahren wir mit dem Boot meines Freundes Easy zum Segeln raus. Den Tag lasse ich meist mit einem Spaziergang mit Hund und Familie am Macao Beach ausklingen.
Seit 30 Jahren sind Sie nun DJ. Können Sie sich noch an Ihr erstes Mal hinter den Decks erinnern?
Ja. Ich stand "mit vollen Hosen" bei meinen Eltern im Club - dem "Queens Pub" in Neu-Isenburg. Es gab dort nur Schallplattenspieler ohne Pitch Control (Geschwindigkeitsjustierung) und ein Mikrofon zum Ankündigen des nächsten Foxtrotts. Das war 1981!
Wird der DJ-Beruf die nächsten 30 Jahre überleben - wie geht Plattendrehen im Jahre 2041?
Ob in 30 Jahren noch Scheiben gedreht werden, kann ich nicht sagen. Ich für meinen Teil sehe die Plattenspieler als Instrument, mit dem ich spiele. Two turntables and a mixer, that's my style! Daher werde ich weiterhin als Vinyl-DJ auftreten.
Interview: Markus Wölfelschneider









